Montag, 15. Juni 2009

Bildung für alle.


Seit heute ist in ganz Deutschland Bildungsstreik. Das ist grundsätzlich eine tolle Sache, ich habe ja meine Meinung über einige Missstände unseres Bildungssystems und die Verlogenheit von "Chancengerechtigkeit" bereits kundgetan und erkläre jetzt mal nicht, warum ich gegen Ausgrenzung von sozial Schwächeren durch Studiengebühren, Abkehr von einem eigenverantwortlichem Studium durch den Bachelor-Master-Kram und generell die Verwirtschaftlichung des Bildungssystems bin. Ganz davon abgesehen, ist die Mitbestimmungsmöglichkeit der Studenten ein Witz, in Heidelberg hat der AStA Mitspracherecht nur in musischen und sportlichen Fragen. (Die gesamten Ziele können hier noch einmal nachgelesen werden). Dazu kommt dann noch meine Abneigung von diesen seltsamen Exzellenzinitiativen (warum sollen die, denen es eh gut geht, noch zusätzlich gefördert werden). Gerade hier in Heidelberg stößt da so einiges sauer auf. Mit den Protesten der Romanisten und der Studenten der Pädagischen Hochschule hat man hier gewissermaßen den Startschuss gegeben.
Interessant ist persönlich immer wieder die Diskussion mit meinen Mit-Jura-Studenten (Kommilitone ist ein Scheißwort. So.), die fast geschlossen für Studiengebühren sind (Wir waren auf der Vollversammlung des Bildungsstreiks 2 Juristen aus meinem Semester). Da ist man mit seinen eigenen Studienbedingungen einigermaßen zufrieden und hält sein Studium vor allem für eine "Investition in die eigene Zukunft", also warum für diejenigen eintreten, die keine annehmbaren Bedingungen haben und ein Studium aus eigener Kraft nicht stemmen können?
Grandios (anders kann man das gar nicht bezeichnen) sind allerdings die Äußerungen von RCDS und JU :
Der Ring Christlich-Demokratischer Studenten warnt vor einer "Krawallaktion" und wird seinem Ruf, streberhaft die öffentliche Ruhe zu bewachen, bestens gerecht: "Klausuren müssen trotzdem geschrieben werden. Da hilft es nicht, wenn man die Vorlesungen stürmt und Studenten vom Lernen abhält." Der Asta in Bonn sieht "linke Chaoten" am Werk, und die Schülerunion orakelt, es sei nur eine Frage der Zeit, bis Autos brennen: "Wir fordern ein hartes Einschreiten der Polizei!" Die Gegner des Protests tun also einiges dafür, den Brand, vor dem sie warnen, selbst anzufachen.
sueddeutsche.de
Dann möchte ich noch hinweisen auf einen schönen Text bei coffeeandtv und uns einen erfolgreichen und friedlichen Streik wünschen.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen